„Eine Frage der Navigation.“

Kann man eine Beziehung, sei es zu einem Mann oder zu einer Frau, nüchtern betrachten? Wenn ja, was ist es dann, das eine Beziehung ausmacht oder ist eine Beziehung tatsächlich nur eine Kette von Kompromissen? Kann Liebe nur funktionieren, wenn wir sie mit Kompromissen füttern? Sollte die Liebe nicht etwas sein, das sich in allem was wir tun widerspiegelt? Sind wir nicht eigentlich viel zu sehr damit beschäftigt Diskussionen zu führen und tagtäglich aufs Neue Für und Wider abzuwägen? Hält man sich das vor Augen, läuft man Gefahr, das was man Liebe nennt stets und ständig neuen Bedrohungen ausgesetzt zu sehen. Versteht man Liebe als Geschäft, so müssen demnach jeden Tag neue Verhandlungen geführt werden. Versteht man sie als Richtung oder als Weg der gemeinsam beschritten werden soll, so muss demnach immer wieder die Karte studiert werden um nicht vom Weg abzukommen. Hier stellt sich mir allerdings die Frage nach der Navigation. Ist es klug, eine Partnerschaft in absolutester Gleichberechtigung zu führen und zwar in allen Belangen einer Beziehung? Oder entwickelt sich eine Beziehung in eine bestimmte Richtung erfolgversprechender, wenn sich für eine anstehende und richtungsweisende Frage der Experte in der Beziehung zu Wort meldet und das Ruder in die Hand nimmt? Ich will ehrlich sein, ich habe diese Frage für mich beantwortet und ich bin tatsächlich der Meinung, dass eine gleichberechtigte Beziehung mit Ruderübergabe für mich persönlich gut funktioniert. Nun könnte man das Pferd aber auch von der anderen Seite satteln und prompt fragen ob ich devot bin. Bin ich devot? Ist meine Art eine Beziehung zu führen denn tatsächlich als Hingabe zu verstehen? Hingabe und Preisgabe.  Was gebe ich preis und was ist der Preis, den ich dafür zu zahlen habe? Richte ich mich zu sehr nach meinem Partner? Bin ich denn gänzlich verbimmelt wenn es um Beziehungsfragen geht? Ich frage mich ernsthaft, wo bin ich bei dieser ganzen „Beziehungs-Kompromiss-Navigations-Geschichte“?

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