Die Anatomie der Polygamie

Ist es eine Lebenseinstellung, sich nicht fest binden zu wollen oder gar zu können? Erwacht das polygame Wesen erst so richtig, wenn es sich in einer Beziehung wiederfindet? In einer vermeintlich monogamen Beziehung? Ist es gar der so viel beschworene Reiz des Verbotenen, ‚der Poly‘ über ‚Mono‘ triumphieren lässt? Ist es die Angst etwas zu verpassen oder schlicht und ergreifend der pure Jagdinstinkt? Die Lust ständig auf der Pirsch zu sein wäre vielleicht eine Antwort auf die „Poly-Frage“. Der Ruf und das Verlangen von und nach Frischfleisch. Vom „Bestätigungs-Fakt“ ganz zu schweigen. Männer werden immer Männer bleiben, so viel steht fest. Möglich, dass man eine Therapie braucht, um diesen Trieb aus dem System zu bekommen.

Die Anatomie der Polygamie ist faszinierend, da mir so fremd, unbegreiflich und abschreckend zugleich. Bin ich zu konservativ erzogen? Bin ich gar in Liebesdingen zur Lebensunfähigkeit erzogen? Ist mein Verständnis von Beziehung einfach nicht oder nicht mehr kompatibel mit dem Verständnis von Beziehung, welches in der „schwulen“ Welt vorherrscht? Oder habe ich mich einfach nur auf ‚mein‘ Konzept von Beziehung geeinigt? Habe ich einen inneren Pakt mit mir selbst geschlossen? Gegen den Strom zu schwimmen, um mehr zu finden als andere suchen?

Manche mögen es konservativ nennen, andere gar als Blödsinn titulieren. Doch letzten Endes ist es genau das, was ich will und mir wünsche. Für mich und für mein Leben wünsche. Die monogame Beziehung. Mit allem drum und dran. So verpönt sie bei einigen auch sein mag. Es ist mir Wurst. So wie ich es mit der Treue meinem Partner gegenüber halte, so treu fühle ich mich eben dieser Einstellung verbunden.

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