Und Montag ändert sich die Liebe.

Auf eine Sonntag, den ich schaukelnder Weise mit Tobi verbrachte, folgte ein Montag, wie er emotionaler nicht sein konnte. Ein schwangerer Montag. Geschwängert von Liebesbekundungen, einem Antrag auf Fortsetzung einer Sommerliebe mit Aussicht auf Ehe, dem Einleiten des sanften Sterbens einer gerade erst aufblühenden Liebe und einer Liebesoffenbarung, welche aus einer gerade erst wachsenden Freundschaft geboren wurde. Eine Liebesoffenbarung wie sie ihres gleichen sucht. Von Naivität und Illusionen geprägt. Die Sehnsucht eines Mannes, dem es zu lieben nie vergönnt war. Es ist beinahe so als stünde ich vor einer riesigen Staumauer. Meinen Kopf in den Nacken gelehnt um das Ende eines gigantischen Bauwerks ausmachen zu können. Was sich dahinter verbirgt, was dieses Bollwerk verbirgt, aufstaut oder gar zurückhält wag ich mir nicht auszumalen. Es käme wohl einer Sturzflut gleich würde dieses Bollwerk nachgeben. Würde ich es zulassen, dass es nachgibt, würde mich die Liebe die dieser Mann für mich empfindet mit einer derartigen Wucht treffen, dass sie mich wohl fortspülen würde. Oder würde ich unter ihrer Wucht zusammenbrechen?

Es musste der Tag des großen Kassensturzes sein. So kam innerhalb eines Tages mein beinahe wieder zu fassen geglaubtes emotionales Gleichgewicht erneut vollends ins Wanken. Wie konnte es soweit kommen? Ziehe ich das emotionale Chaos an wie das Licht die Motten? Oder lege ich im entscheidenden Moment das falsche Verhalten an den Tag? Gebe ich falsche Signale?

Dieser Montag brachte die Sintflut über die Wüste. Mit entgegengesetztem Ziel zwar, jedoch mit ähnlich biblischen Ausmaß. Nur war oder bin ich nicht Noah. Ich hatte keine Zeit mir eine Arche zu bauen um mich vor den tosenden Wassermassen in Sicherheit zu bringen. Die Wogen überschlugen sich über meinem Kopf. Ich trieb plötzlich in einem Ozean. Der gleiche Ort. Nur stand ich zu Anfang des Tages noch auf ödem Boden. Doch wenigstens bot dieser mir immerhin Halt und ermöglichte mir in gewisser Weise einen einigermaßen sicheren Stand. Meine ersten Gedanken ranken sich um das drohende Ertrinken. Ertrinken im Ozean der Liebesbekundungen, der Anträge und Abschiede. Ozean der tiefen Gefühle. Ozean der Emotionen. Ein Teich wäre mir genug gewesen. Ein Mann wäre mir genug gewesen. Nun schickten mich drei Männer in unsagbar tiefes Wasser. Wasser, dessen Wogen beinahe einer Bedrohung gleichkamen.

Einer von ihnen schenkte mir Frieden. Er war tatsächlich dazu in der Lage, mir dieses große Geschenk zu machen. Der nächste war eine der letzten Verbindungen in mein altes, freies, unbelastetes Leben. Seit Jahren hat er sich einen Flecken in meinem Herzen gesichert und machte bisher keine Anstalten diesen wieder frei zu geben. Und der Dritte im Bunde stand mir ganz und gar in der schwersten Zeit meines Lebens bei. Ein Date, eine alte Liebe und ein Freund. Feuer, Glut und Asche. Herz und Verstand tragen ihre Kämpfe an drei verschiedenen Fronten aus. Jede Front trägt ihren eigenen Namen, hat ihren eigenen Hintergrund und ihr je eigenes Gesicht. Doch wie viele Fronten kann ein Mensch aushalten? An wie vielen Fronten gleichzeitig kämpfen? Ganz egal in welcher Art von Beziehung man sich mit seinem Gegenüber befindet. Und ganz egal welchen Grund diese haben oder welchen Namen sie tragen. Die ichbezogene Antwort lautet: Keine! Nicht eine einzige Front!

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