Angriff und Rückzug.

Ist es denn tatsächlich so, dass Menschen ihre Attraktivität zu steigern versuchen, indem sie sich mit vermeintlich schönen Dingen umgeben? Und ist es so, dass in diesem Zusammenhang auch andere Menschen als Dinge betrachtet werden? Kann man Menschen überhaupt verdinglichen? Schließt der Begriff ‚Accessoires‘ uns selbst ein? Fakt ist, Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Und an Schönheit hat kein Mensch etwas auszusetzen. Auch ich nicht. Aber warum steht und fällt so vieles mit der Schönheit? Wieso ist der Mensch so auf Ästhetik fixiert? Sind wir alle wie die Motten und fliegen auf das Licht zu? Oder sind wir wie ein Haufen Büroklammern, die zu tanzen beginnen, sobald sich ein Magnet in der Nähe befindet? Ein plumper Vergleich und doch sehr plastisch. Ich verzichte bewusst unbewusst auf Ästhetik, wenn es um eben dieses Thema geht, wenn sich meine Gedankenwelt wie jetzt um das Verständnis von Schönheit dreht. Motten und Büroklammern verkörpern nicht gerade den Inbegriff von Schönheit oder gar Ästhetik und dennoch sind es Bilder wie diese, die mir deutlich machen, welchen Einfluss ‚Schönheit‘ auf uns hat. Nun stellt sich dem gemeinen Leser natürlich wie auch mir selbst die Frage, ob der Mensch vollkommen von Schönheit geblendet und auf sie fixiert ist, oder ob wir dumm wie Büroklammern sind und uns von der Schönheit anziehen oder gar fernsteuern lassen wie die Büroklammern von einem Magneten. Ich für meinen Teil war lange Zeit Büroklammer. Später auch Magnet. Beides kann schön und gleichsam belastend sein. Wie in so vielen Bereichen des Lebens zählt wohl auch hier die Balance. Ein Mittelweg zwischen Angriff und Rückzug.

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